Einfach die Gesundheitskarte ans Handy halten und seine eRezepte an die Apotheke schicken. So suggeriert es die Werbung mit Günther Jauch, die Tag für Tag millionenfach im Fernsehen ausgestrahlt wird und uns wiederholt im Internet und offline begegnet. Was einfach und verführerisch klingt, ist für uns Apotheken vor Ort ein Schlag ins Gesicht.
Tatsächlich ist es so einfach und wir bieten Ihnen in unserer Apotheke diese Möglichkeit ebenso. Aber Günther Jauch steht mit seinem guten Namen für ein Geschäftsmodell, das sämtliche rechtliche Rahmenbedingungen für die Versorgung mit Arzneimitteln in Deutschland umgeht. Die Versender, die sich als Apotheke aufspielen, sitzen direkt hinter der deutsch-holländischen Grenze und entgehen damit der deutschen und holländischen Apothekenaufsicht. Sie fühlen sich auch nicht an das deutsche Arzneimittelpreisrecht gebunden und werfen mit verlockenden Rabatten um sich. Denn Werbebudgets in dreistelliger Millionenhöhe können die Apotheken vor Ort in Deutschland nichts entgegensetzen.
Günther Jauch gilt weithin als verlässlich, vertrauenswürdig und seriös. Viele von uns verfolgen seine „Wer wird Millionär?“-Sendungen und andere Auftritte als Moderator im Fernsehen. Warum hält er es für nötig für eine niederländische Versandapotheke Werbung zu machen? Seine Werbeeinnahmen hat er nach eigenen Angaben
gespendet. Dieser Altruismus hilft der Apotheke um die Ecke, die schließen musste, wenig. Was suggeriert diese Werbung? Die Apotheken vor Ort sind wenig digital, Relikte vergangener Zeit mit Schubladenschränken und ihrem historischen Inventar.
Eine moderne Apotheke zeichnet sich nicht nur durch Bildschirme in der Sichtwahl und Medikamentenautomaten aus, die die Medikamente in den Verkaufsraum schicken. In den letzten 30 Jahren wurden unsere Kassen und Warenwirtschaftssysteme stetig weiterentwickelt und bilden alle Prozesse in der Apotheke digital ab. Apotheken sind digitaler, als es den Anschein hat.
Doch die wohnortnahe Apotheke kämpft an vielen Standorten ums Überleben. Alle 18 Stunden schließt in Deutschland eine Apotheke für immer. Der Druck durch gestiegene Kosten und Löhne ist groß, die Vergütung für verschreibungspflichtige Arzneimittel stagniert seit dreizehn Jahren. Seit 2008 mussten 4800 Apotheken für immer schließen. Die Wege zur nächsten Apotheke werden für viele Patienten und Kunden besonders auf dem Land immer länger.
„Ohne Jauch geht’s auch!“ – Elektronische Rezepte mit dem Handy von der Gesundheitskarte in die Apotheke schicken, ist leichter geworden. In der App nach Produkten suchen, die sonst in der Apotheke immer nicht vorrätig sind und sich so
doppelte Wege sparen oder sich die Bestellung nach Hause liefern zu lassen, kein Problem für uns Apotheken vor Ort. Bei uns in der Brunnen-Apotheke heißt die App „gesund.de“. Dort können Sie Ihre elektronischen Rezepte einsehen, Privatrezepte abfotografieren oder Ihre Lieblingsprodukte bei uns vorbestellen.
Lassen Sie sich von Günther Jauch, Collin Fernandes und Christian Ulmen, die ebenso im Fernsehen werben, nicht für dumm verkaufen. Unterstützen Sie Ihre Lieblingsapotheke vor Ort, da und nah, um die Ecke, in Ihrer Stadt.
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